Wie macht man gute Neujahrsvorsätze?

Neujahrsvorsätze, alle Jahre wieder

Das Jahr 2017 ist nun zwei Tage alt und es ist an der Zeit, sich Gedanken zu machen, wie das Jahr aussehen soll. Ich glaube, jeder denkt über Neujahrsvorsätze nach, selbst wenn er beschließt, keine zu haben. Keine Vorsätze zu haben finde ich nachvollziehbar. Viele setzen sich sehr drastische Neujahrsvorsätze, die das komplette Leben umkrempeln. Sich gleich mehrere Ziele zu setzen, die jeden Bereich des Lebens betreffen, mag sehr lobenswert sein. Allerdings ist es dann auch verständlich, weshalb Neujahrsvorsätze den Ruf haben, nur den Januar zu halten. Wenn man sich umhört, dann haben die meisten Vorsätze etwas mit einem gesünderen Lebensstil zu tun. Als Beispiel nimmt sich meine Mum jedes Jahr vor, wieder Sport zu machen, gesünder zu essen und mit dem Rauchen aufzuhören. Hier ist die Erklärung, weshalb das jedes Jahr aufs Neue zum Scheitern verurteilt ist.

Was macht man falsch bei Neujahsvorsätzen?

Ein neues Hobby zu starten, auch wenn es nur der Gang zum Fitnessstudio ist, kostet Zeit, genauer gesagt kostet es Freizeit, die sowieso schon limitiert ist. Dazu seine Ernährung umzustellen kostet vor allem Energie. Der Körper muss sich umgewöhnen und Essen verarbeiten, was er vorher nicht bekommen hat. Viele sind nach einer Ernährungsumstellung die ersten Wochen müde, bevor ein positiver Effekt eintritt. Noch dazu stehen viele unter Stress, weil sie auf einmal fliegende Hamburger und Schokoriegel sehen. Als letzter Punkt verbietet man sich ein Laster, was einem ein gutes Gefühl gibt. Das muss nicht die Zigarette sein, sondern kann auch das Glas Wein abends sein, das man sich nun verbietet.

Wieso fühlen sich Laster so gut an?

Aber zurück zur Zigarette, weil ich mich schon so viel damit beschäftigt habe, weshalb man von so etwas abhängig sein kann. Die Zigarette ist eine Auszeit. Raucher blenden dabei den Stress aus. Man atmet in tiefen Zügen und gleichmäßig, man kommt zur Ruhe. In der Zeit, in der man raucht, blendet man den Stress aus oder denkt zumindest an alles, außer an die Arbeit. Eigentlich wären fünf Minuten Yoga die perfekte Alternative, auch wenn viele das sicher anders sehen. Genauso funktioniert es mit der Tafel Schokolade. Man hat das Gefühl, beim Essen ganz bei sich zu sein und sich selbst etwas Gutes zu tun. Natürlich gibt es für alles einen gesunden Ersatz, aber den muss man sich bewusst suchen. Jedenfalls wird klar, wieso drei Vorsätze, die alle Lebensbereiche umfassen, die Freizeit, die alltägliche Routine und ein Laster, das einem ein gutes Gefühl gibt, keine gute Kombination. Wir sind alle Menschen und so viel Disziplin grenzt an Superkräfte.

Wie macht man gute Neujahrsvorsätze?

Also, wie soll man das Ganze angehen, wenn man trotzdem endlich gesünder leben möchte? Die Antwort sind Babyschritte. Ich versuche mich seit fast einem Jahrzehnt gesünder zu ernähren. Ich habe nicht von heute auf morgen beschlossen, alles radikal zu ändern. Als erstes wurde Fast Food unter der Woche von meiner Liste gestrichen, dann komplett. Darauf aufbauend habe ich angefangen, mich mit Inhaltsstoffen zu beschäftigen und versucht, keine fertigen Soßen und Suppen mehr zu verwenden. Erst danach habe ich generell mehr frisch gekocht. Ich könnte das ewig so weiterführen, der Punkt ist, es war ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt hat und nicht zum Stillstand kommt. Babyschritte sind der richtig Weg, damit eine Veränderung auch nachhaltig ist. Deshalb sagt man auch so oft, dass man keine Diät sondern eine Ernährungsumstellung braucht. Diäten sind Crash-Diäten, die vielleicht helfen, zum nächsten Ball drei Kilo zu verlieren, die aber nach dem Ball doppelt wieder da sind.

Wie setzt man Neujahrsvorsätze um, damit sie halten?

Um das Beispiel mit den drei konkreten Vorsätzen wieder aufzunehmen, könnte das Ganze wie folgt aussehen. Die beste Methode ist meiner Meinung nach, mit dem Sport zu beginnen. Man sollte sich einen Sport suchen, der einem Spaß macht. Nicht jeder geht ins Fitnessstudio und kann dort diszipliniert alleine ein Programm durchtrainieren. Aber vielleicht ist der Trainingskurs das passende, oder man meldet sich bei einer Trainingsgruppe an, wo man zu festen Zeiten zusammen trainiert oder laufen geht. Wenn man den Sport gefunden hat, der einem ein oder zwei Mal die Woche mehr Freude als Leid bringt, ist das der erste Schritt. Hier kommt auch direkt der Übergang zur Ernährung. Wenn man sich beim Sport anstrengt, kommt meiner Meinung nach das gesündere Essen von ganz alleine. Nach dem Sport kommt irgendwann das Gefühl, dass man den Erfolg und das gute Gefühl beim Training nicht mit einer Pizza zunichtemachen möchte. Ich denke viel eher, dass man sich irgendwann sagt, wenn ich mich heute so angestrengt habe, dann soll es sich auch lohnen. Danach esse ich lieber einmal Lachs mit Gemüse oder lasse die Tüte Chips heute Abend mal im Vorrat.

It takes 21 days to break a habit

Wenn sich dann die Ernährung umstellt, was nie leicht ist, dann ist es vielleicht ganz gut, dass man seine Laster hat. Es hilft, wenn man sich etwas gönnen kann, wie die Zigarette oder das Stück Schokolade oder das Bier am Abend mit Freunden. Erst wenn man sich mit seiner Ernährung wohl fühlt, sollte man anfangen, am Laster selbst zu arbeiten und sich Grenzen zu setzen. Meine Mutter hat ein Jahr lang nicht mehr auf der Arbeit geraucht, was ich einen guten Vorsatz finde. Oder man versucht unter der Woche so gesund wie möglich zu essen und gönnt sich Süßes nur noch am Wochenende als Belohnung. Hier gibt es viele Wege, aber auch hier sind Babyschritte definitiv der Weg zum Ziel. Zudem kann man, wenn man regelmäßig Sport macht, vor einem Frustessen einfach die Sporttasche schnappen und sich auspowern gehen. Eine gute Ablenkungsmethode zu haben, macht es deutlich einfacher, mit irgendeiner schlechten Gewohnheit aufzuhören. Man sagt übrigens, dass es im Schnitt 21 Tage dauert, seine Gewohnheiten zu ändern. Demnach muss man nur 21 durchhalten und kann entweder eine neue Routine aufbauen oder eine alte loswerden.

Die Zusammenfassung

Und hier noch einmal alles zusammengefasst, für alle, die gerne zum Fazit springen. Sich kleine Ziele zu setzen, ist die beste Methode für alle, die keine übermenschlichen Kräfte haben. Große Ziele, schlimmstenfalls mehrere gleichzeitig benötigen unglaublich viel Disziplin, die viele im Alltag nicht aufbringen können. Ein großes Ziel in kleine aufzuteilen bringt mehr Erfolg. Sein ganzen Leben um 180 Grad zu wenden überfordert jedoch schnell. Kleine Ziele sind aber keine Ausrede dafür, dass man sich nicht bemüht. Sich zu verändern kostet immer Energie und wird einem immer abverlangen, seine Komfortzone zu verlassen. Jedoch denke ich, dass kleine Ziele den Weg dahin deutlich erleichtern. Wenn man erst einmal angefangen hat, kommt der Rest schon von alleine.

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